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Willkommen im Wunderland

Foto: Viviana Scafidi

Foto: Viviana Scafidi

Draußen, da ist das kalte Aachen. Nass und ungemütlich. Drinnen, da ist die Märchen­welt. Zauberhaft und gemütlich. Hier, im Cuperella in der Pontstraße, zaubert man viele Leckereien, hauptsächlich Cupcakes. Ein Hausbesuch bei Magdalena Rosa und Axel von Wallfeld, die den beruflichen Sprung ins kalte Wasser gewagt haben.


TEXT: VIVIANA SCAFIDI

»Es soll ein bisschen an ›Alice im Wunderland‹ erinnern«, erklärt Magdalena Rosa, die Geschäftsführerin, die auch in der Backstube arbeitet. Wie durch den Hasenbau, betritt man im Cuperella eine andere Welt. In der ist es anders als in der grauen Welt da draußen. An den liebevoll restaurierten Tischen und Stühlen könnte man den verrückten Hutmacher und den Märzhasen durchaus vermuten. Überall ein bisschen rosa, aber nicht zuviel. »Es sollen sich ja auch Männer rein trauen«, schmunzelt Axel von Wallfeld, seinerseits ebenfalls Geschäftsführer. Er ist der Mann mit dem Business-Plan. »Studiert habe ich aber Maschinenbau in Stuttgart«, betont er. Magdalena hat International Office Management studiert, hier in Aachen. Maschinen­bau? Office Management? Aber wir sind doch hier im Wunderland. Wie kommen die dahin?

Magdalenas Ohren werden von zwei Cupcake-Anhängern geschmückt, sie lächelt freundlich. Überhaupt scheint sie perfekt in ihre rosa akzentuierte (Achtung: Anspielung auf ihren Nachnamen) Umwelt zu passen. Wie eine Prinzessin in ihrem selbsterschaffenen Schloss. »Ich wollte einfach irgendetwas Kreatives schaffen, etwas mit Herz«, sagt sie. Deswegen kündigte Magdalena 2011 ihre Stelle als Assistentin der Geschäftsleitung eines großen Unternehmens. Und begann zu backen. Und das machte sie gut. So gut, dass alle mehr wollten. Mehr von diesen kleinen Kuchen. Mehr von diesen Cupcakes. Also warum eigentlich kein Café eröffnen? Dann, eines Abends, sitzt sie mit Axel bei ein paar Getränken zusammen. Und plötzlich kommt diese Idee auf, so ein typisches »Lass uns eine Bar aufmachen«-Gespräch. Aber anstatt einer Bar, einigt man sich auf ein Café. »So spart man sich auch den Türsteher«, scherzt Axel.

Aber wie kommt man als Ingenieur dazu, ein Cupcake-Café zu eröffnen? »Ich wollte irgendetwas Neues machen.« Auch Magdalena bestätigt: »Es geht darum, etwas Modernes zu machen. Das man so noch nicht kannte.« Dann fängt sie an zu schwärmen. Von den kleinen Süßen – also, von den Cupcakes: »Es gibt fast keine Grenzen, man kann fast alle Mottos aufgreifen, alle Farben verwenden, verschiedene Geschmäcker ausprobieren. Sie bieten eine solche Vielfalt und sehen einfach immer schön aus.« Man merkt ihr an: Magdalena ist mit Begeisterung bei der Sache. Ihr Partner nickt eifrig und gönnt sich noch einen weiteren Schluck Club Mate. Axel ist ganz der Geschäftsmann: »Hinter der Idee stecken auch gewisse Prinzipien. Wir verwenden nach Möglichkeit Produkte aus der Region und Fair Trade, wir zahlen viel Geld an das Personal. All das ist vielleicht nicht das wirtschaftlichste Denken, aber wir glauben, dass das der richtige Weg für uns ist.«. Er spricht auch von großen Plänen, von weiteren Standorten. Er hat noch viel vor mit diesem Wunderland.

Mit Herz, Verstand und dem Mut zur Veränderung kann man Erfolg haben, das zeigen Magdalena und Axel. Man kann Märchenhaftes erschaffen und Träume nähren. Letzteres geht mit Cupcakes ganz gut. Auch außerhalb des Wunderlands. Draußen, im kalten Aachen.  \

» http://cuperella.de/