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Kolumne: Party, Party, Party!

Wenn man eigentlich einen entspannten Abend geplant hat, doch ­partyverrückte Freunde etwas ganz anderes für einen im Sinn haben.

TEXT UND FOTO VERENA BODENSTEIN

Freitagabend. Ich sitze ganz gemütlich daheim auf der Couch und bin eigentlich nur froh, die Woche überstanden zu haben. Und Dann kommt ein Anruf von meinen feierwütigsten Freunden. Ich kenne die Situation nur zu gut, wenn man nichts ahnend den Hörer ans Ohr hält und es aus dem Telefon schreit: »KOMM FEIEEERRNN!!!«

Bei mir waren es meistens meine beiden Freundinnen Lida und Katha. Nachdem ich den Tinitus überwunden hatte und in einer leichten Panik bereits alle Ausreden im Kopf durchgegangen bin – die letztendlich alle nichts nützten – kam Ich zum traurigen Schluss: »Verdammt, ich komme aus der Nummer nicht raus. Da muss ich jetzt durch.«
Also, her mit den Partyschuhen und dem Glitzerfummel vom letzten Silvesterfest und Augen zu und durch. Meine zwei kleinen Ausgeburten der Partyhölle, warteten bereits vorm Apollo auf mich. Als sie mich entdeckten, fingen sie an, ganz irre zu lachen. Ich dachte mir: »Ich brauche Tequila … ganz viel Tequila.«

Lida kam überschwänglich eingestimmt und wankend auf mich zu. Ich fragte mich, wie sie trotzdem eine so gute Figur machen konnte – denn offensichtlich waren bei ihr alle Lämpchen an. Das musste an den russischen Genen liegen. Für Russen stellt ­Vodka keine Gefahr dar. Für ­Asiaten jedoch schon. Wenn ich etwas bezeugen kann, dann das. Katha, die Dritte im Bunde, hatte bereits den alkoholischen Status der angeseuselten Glückseligkeit erreicht. Im Gegensatz zu Lida, die inzwischen »Puta« schreiend in Richtung Club lief (Weiß sie eigentlich, was das Wort bedeutet?), grinste Katha nur, lachte hin und wieder teuflisch und garantierte mir in regelmäßigen Abständen, dass sie noch nie in ihrem Leben einen Kater hatte (Ich glaube ihr das übrigens bis heute nicht. Diese übermenschliche Fähigkeit besitzt doch keiner). Wir stellten uns in die Schlange vorm Club an. Mein Lieblingstürsteher – breites Kreuz und kurz geschorene graue Haare – empfing uns freundlich. Ich bete, dass er sich an unsere letzte Begegnung nicht mehr erinnern kann. Ich sage nur: Das ­Apollo, ­Lida und das gebrochene Herz eines Moccaböhnchens … owehh!

Ich schaute mich nach meinen beiden Ladies um, die sich anscheinend in den Club teleportiert hatten. Ihre Garderobe hatten sie bereits abgegeben und standen schon an der Bar. Ich kam nicht einmal von der Kasse weg. Wie haben die das nur gemacht? Aus der Entfernung sah ich, wie zwei Jungs ihnen etwas ausgaben. Instinktiv klatschte ich mir mit meiner Handfläche auf die Stirn. ­Lidas Freude über den Shot Tequila hätte man auch aus dem Weltall erkennen können. Katha zuckte nur mit den Schultern und kippte den Tequila ihre Kehle runter. Von KO-Tropfen haben die beiden wohl noch nichts gehört. Doch zugegeben: Einen Tequila-Shot könnte ich auch vertragen. Endlich im Club, stürzte ich mich auf die beiden, nahm sie bei der Hand und zerrte sie von den seltsamen Juppies weg und auf die Tanzfläche (ganz typischer Mädelsmove). Schließlich wollten doch die beiden, dass ich zum Feiern mitkomme. Dann muss nun auch getanzt werden. Auf der Tanzfläche waren die beiden vollkommen entfesselt und hoben mich – ungeachtet meines kurzen Kleides – in die Höhe. Ach, gönnen wir mal den Umstehenden die Peep-Show. Ich musste lachen und die anderen beiden gleich mit. Diesen Moment muss man doch irgendwie festhalten. Wo ist denn der Party-Fotograf? Cheese!

Wie alle drei den Abend überstanden haben und was am Tag danach geschah, erfahrt Ihr in der nächsten neo-Ausgabe. \