Magazin

Beigeordnete der Stadt Aachen, Susanne Schwier: Engagement-Zeitrahmen

Susanne Schwier, Beigeordnete für Bildung und Kultur, Schule, Jugend und Sport der Stadt Aachen

INTERVIEW LILLITH BARTCZAK
FOTO SUSANNE SCHWIER

Was haben Sie bisher von den Demonstrationen mitbekommen? Gibt es persönliche Berührungspunkte?
Ich habe vor allem über die Medien davon erfahren, in den Nachrichten und aus der Zeitung. Meine eigenen Kinder sind aus dem Alter raus, aber ich habe mit ihnen und auch mit meinem Bekanntenkreis darüber diskutiert. Und es sind sich alle einig: Es ist super, dass Jugendliche für einen besseren Klimaschutz auf die Straße gehen und soviel Druck machen.

Wie ist Ihre persönliche Mei-nung zu den Demonstrationen?
Ich persönlich finde das Engagement der Jugendlichen großartig und auch sehr bewundernswert. Wir behaupten immer wieder die junge Generation sei kaum an Politik interessiert, doch sie strafen uns durch ihren Einsatz Lügen. Wir können stolz auf die Jugendlichen sein. Und das sollten wir ihnen auch zeigen.

Wie positioniert sich die Stadt Aachen in der Debatte um die Demonstrationen?
Inhaltlich stehen wir alle voll hinter den Demonstrierenden. Wir finden das alle wichtig und richtig, dass die junge Generation sich dieser Verantwortung stellt. Über die Art der Organisation kann man streiten. Die Demonstrierenden müssen sich natürlich bewusst sein, dass sie durch den Zeitrahmen, den sie gewählt haben, mit der Schulpflicht in Konkurrenz stehen.

Welche Handlungsanweisungen haben die Schulen vonseiten der Stadt erhalten?
Gar keine, denn das dürfen wir gar nicht. Das ist Aufgabe der Schulaufsicht und des Bildungsministeriums. Die Stadt ist einzig und allein Trägerin der Schulen.

Was würden Sie den jungen Demonstranten raten?
Ich glaube, die Jugendlichen sind sehr klug und wissen sehr genau, was sie tun. Ich hoffe, dass ihr Engagement noch lange anhält. Über den Zeitrahmen muss man aber vielleicht nochmal sprechen …

Sind Sie selbst als junge Frau auf die Straße gegangen und haben demonstriert?
Nein, denn als ich jung war, waren die 68er schon vorbei und die Leute sind nicht mehr wirklich auf die Straße gegangen. Außerdem bin ich in der Provinz groß geworden, da war man weitab von jeglichen Demonstrationen. \