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Ein Bier mit … Valerija Kaufmann aka Chewchew

Prinzessin mit Flow – Valerija Kaufmann kommt eigentlich aus Hamburg. Seit sie an der RWTH Aachen Architektur studiert, organsiert sie Partyreihen und will frischen Wind in die Szene bringen. Ein Gespräch über zu viel Techno, Aachens Möglichkeiten und die Paradoxität des Tanzens.

INTERVIEW CHRISTINA RINKENS
FOTOS CHRISTINA RINKENS + FLAVIENNE NGUEMDJO + PRIVAT

Wie hat es angefangen, dass du Partys in Aachen organisiert hast?
Für die Organisation der Drittsemester-Party unseres Studiengangs hat dazu geführt, dass ich mit Udo Mays vom Hotel Europa in Kontakt kam. Die Party ist so gut angekommen, dass wir gedacht haben: Machen wir doch einfach weiter.

Die letzte Party Deiner eigenen Reihe »Aufs Haus« hat im November 2018 im Voltaire stattgefunden. Wie kam es dazu?
Wir haben bereits dreimal im Hotel Europa gefeiert und hatten Lust auf eine neue Location. Ich wohne in der selben Straße, daher kam mir die Idee gleich gut vor. Wir wollten frischen Wind in die Räumlichkeiten bringen, die ich sowieso toll finde.

Du organisiert auch Partys mit dem Kollektiv RAVK. Wer steckt dahinter?
RAVK, das sind Robert, Aaron, ich, (Valerija) und Konrad. Wir alle legen auch beim Hochschulradio auf und haben uns darüber kennengelernt. Alle relativ neu in Aachen, wollten wir gleich gemeinsam etwas machen, was uns allen Spaß macht: Musik auflegen, natürlich mit Vinyl.

Du kommst aus Hamburg. Wie war dein erster Eindruck von Aachen?
Ich dachte gleich: Hier geht ja gar nichts. Doch, je mehr ich kennenlernte, begriff ich, dass hier sehr wohl was geht. Besonders meine Arbeit beim Hochschulradio hat mich davon überzeugt. Je mehr Läden und Leute ich kennenlernte, umso besser fand ich Aachens Kulturszene. Und noch ein anderer Aspekt hat mich sehr gereizt.

Nämlich?
Dass man hier super viel machen kann. Eben weil noch so viel Luft nach oben ist. Mich reizt ungemein die aktuelle Situation mit dem Leerstand. Weil diese auch so viele Möglichkeiten für die Stadt bieten könnte. Ich arbeite derzeit auch an der Uni mit einem Projekt, das sich mit Städtebau beschäftigt. Daher sehe ich: In dieser Stadt könnte so viel mehr gehen. Daher möchte ich mich auch für meine Bachelorarbeit mit diesem Thema befassen – wie der Leerstand besser genutzt werden könnte, auch unter einem kulturellen Aspekt. Und zwar reell und nicht fiktiv. Vielleicht kann ich da sogar als Außenstehende neue Sichtweisen miteinbringen.

Wieso hast du dich für -Aachen als Studienort -entschieden?
So richtig weiß ich das gar nicht. Vielleicht auch, weil ich Verwandschaft in Würselen habe. Die Aussicht, immer einen Ort zu haben, an dem ich ein warmes Essen bekomme, sollte das Geld mal knapp werden, war irgendwie attraktiv. Nein, mal ehrlich. Ich studiere jetzt Architektur an der RWTH, natürlich war die Uni ausschlaggebend für meine Entscheidung. Und für mich war klar, dass ich mal aus Hamburg weg musste. Und in einer anderen Stadt neu anfangen wollte. So wurde es eben Aachen.

Aber Aachen ist klein.
Genau das reizt mich aber auch. Hier läuft so viel über Verbindungen. Ich arbeite in der Bar Cantona, dort machen wir auch Partys des Hochschulradios. Darüber bin ich zu weiteren Jobs als DJane gekommen – im Troddwar, im Ludwig Forum – sogar bei Herrn Beitin privat. So ergeben sich immer wieder neue Möglichkeiten. Ich bin eine neugierige und offene Person. So habe ich irgendwie immer das Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Zurück zur Musik. Du legst vor allem Deep House und Disco auf.
Richtig. Mir sind schöne Melodien wichtig. Solche, bei denen man sofort mitschwingen will. Und Musik mit Herz. Deshalb stört mich auch sehr, dass es in Aachen so viele Techno-Partys gibt. Techno ist hart und oft eintönig. In Hamburg gibt es so viel mehr Auswahl. Natürlich kann man das nicht mit Aachen vergleichen. Aber so kam ich auf die Idee für die Partys.

Warum legst du auf?
Für mich ist das der perfekte Ausgleich zur Uni und zur Arbeit. Ich liebe es, mich in der Partyszene nachts zu verlieren. Und dass man Freunde trifft, um tanzen zu gehen. Obwohl es ja eigentlich paradox ist, sich zum Tanzen zu treffen. Aber ich finde es toll. \

@princesschewchew
@coolcarsandhotbitches