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Nachhaltiges Aachen: Adressen

Konkrete Tipps, Empfehlungen und Meinungen, wie wir zumindest im Kleinen etwas für die Nachhaltigkeitsbilanz der Welt machen können.

ZUSAMMENGESTELLT VON TINA RINKENS

Wir zerstören unseren eigenen Lebensraum. Eigentlich bräuchten wir drei Erden, wenn die gesamte Welt auf einem so hohen Konsumniveau wie Deutschland leben würde. Deshalb hier, konkrete Tipps, Empfehlungen und Meinungen, wie wir zumindest im Kleinen etwas für die Nachhaltigkeitsbilanz der Welt machen können.

Wir zerstören unseren eigenen Lebensraum. Eigentlich bräuchten wir drei Erden, wenn die gesamte Welt auf einem so hohen Konsumniveau wie Deutschland leben würde. Deshalb hier, konkrete Tipps, Empfehlungen und Meinungen, wie wir zumindest im Kleinen etwas für die Nachhaltigkeitsbilanz der Welt machen können.

NACHHALTIGE ADRESSEN

Restaurant Pfannenzauber
Das vegane »Kulturrestaurant« möchte »ein Ort sein, an dem Kunst, Kultur, Bewusstsein und die Liebe zum Essen aufeinander treffen«. Neben dem eigenen Verantwortungsbewusstsein des Restaurants, hilft das Team auch Interessierten bei allen Fragen rund um die Themen Foodsharing und Lebensmittelverschwendung. \

www.pfannenzauber-aachen.de

Kosmetik-Geschäft Autrepart
Autrepart verkauft natürliche Kosmetikprodukte aus den verschiedenen französischen Regionen. Und das mit natürlichen Inhaltsstoffen, die Produkte sind alle 100-prozentig pflanzlichen Ursprungs. Bio-Make-Up, »We love the Planet«-Deocremes oder Lipbalm von »Burts Bees«. Letztere Marke setzt sich übrigens für den Erhalt von Bienen ein und unterstützt das Projekt »Stadtbienen«. Weiterer Pluspunkt bei Naturkosmetik: Auch die Verpackung ist meist minimalistisch und nicht so übertrieben unnötig wie bei manchem Mainstream-Produkt aus der Drogerie. \

www.autrepart-aachen.de

Solidarische Landwirtschaft Gut Wegscheid
Der Demeterhof Gut Wegscheid wird als Mitgliederbetrieb geführt. Bedeutet: Das gezogene Obst und Gemüse wird an einen festen Kreis von Abnehmern geliefert. Diese wiederum tragen über einen monatlichen Beitrag den Hofbetrieb. Das Prinzip hinter der Solidarischen Landwirtschaft (»Solawi«)? Ganz einfach: Aus Konsumenten werden Mitbauern – so kann eine bäuerliche, regionale und ökologische Landwirtschaft erhalten bleiben, die die Natur- und Kulturlandschaft pflegt. Leider sind selten freie Anteile verfügbar, aber es gibt eine Warteliste, auf der man sich eintragen kann. \

www.gut-wegscheid.net

Foodsharing »Fair-Teiler«
In einem »Fair-Teiler« werden von der Gruppe Foodsharing – die deutschlandweit tätig ist – Lebensmittel platziert, die diese direkt bei Großhändlern und Supermärkten abholt. Bevor diese im Müll landen müssten. In Aachen gibt es insgesamt 16 »Fair-Teiler«, mal ist ein solcher ein Fahrrad mit Korb wie in der Adalbertstraße oder am Rehmplatz, mal eine kleine Hütte wie am Langen Turm oder ein Kühlschrank wie in dem Second Hand-Kaufhaus Bandbreite. \

www.foodsharing.de

Supermarkt Aldi Süd
Huch, was soll den ein handelsüblicher Supermarkt in dieser Liste? Nun, wie wir alle wissen, ist Bio einkaufen auch immer mit einem deutlichen Kostenunterschied zu den Discountern verbunden. So sehr man es gerne machen würde, kaum jemand kann seinen Wocheneinkauf in einem Bio-Markt erledigen – dabei gibt es davon viele nette in Aachen. Deshalb wollen wir Euch an dieser Stelle einen Discounter empfehlen, der zumindest scheinbar versucht, sich nachhaltig aufzustellen. Aldi Süd will bis Ende 2018 ausschließlich nur noch Mehrwegtaschen anbieten, auch keine Papiertaschen mehr. Bis 2022 sollen 100 Prozent der Verpackungen des Standardsortiments recyclingfähig sein, zudem versucht man sich im »Natural Branding« – das Kennzeichnen von Obst und Gemüse direkt auf der Schale, sodass neben einer Verpackung auch keine Aufkleber mehr von Nöten sind. Wir sagen nicht, dass alles hier schon rosig ist, aber zumindest ist man bemüht. Das ist doch schon mal was. \

www.aldi-sued.de

Werkstatt Repair Café
Weg von der Wegwerfgesellschaft: Nicht alles, was kaputt gegangen ist, ist gleich unbrauchbar. In einem Repair Café geht es darum, defekte Geräte und Gegenstände unter fachkundiger Anleitung und mit Unterstützung durch die Mitglieder und Helfer des Cafés selbst Dinge reparieren zu können. Die nachhaltige Idee stammt aus den Niederlanden und ist dort ein großer Renner. Macht ja auch Sinn. \

www.digitac.cc

Fahrradmarkt
Oberhalb des Kármán-Auditoriums am Templergraben (Platangenplatz) finden in regelmäßigen Abständen – meist einmal monatlich – der »Aachener Fahrradmarkt« statt. Hier können gebrauchte Fahrräder verkauft oder gekauft werden. Es muss ja nicht immer nigelnagelneu alles sein … \

www.aachener-fahrradmarkt.com

Second-Hand-Kaufhaus Bandbreite
Mode, Möbel, Kurioses – bei der Bandbreite gibt es hochwertige Second-Hand-Ware. Dami soll dieser Second-Hand-Laden exemplarisch für all die weiteren Anbieter in Aachen stehen. Denn Second-Hand kaufen macht nicht nur Freude, sondern ist auch gut für die Umwelt. Bei der Bandbreite doppelt gut: Mit dem Kauf von Produkten unterstützt man die weiteren sozialen Projekte des WaBe e.V., so ist der Laden auch ein Beschäftigungsprojekt für sozial benachteiligte Menschen.

www.facebook.com/wabebandbreite

CarSharing cambio
Aufs eigene Auto verzichten und den ÖPNV nutzen – ideal, aber nicht immer möglich. Manchmal muss ein Auto her. Und bei Cambio gibt es auch E-Autos!

www.cambio-carsharing.de

Shoppen mit Sinn
»Ich finde, im Secondhand-Laden macht nachhaltiger Kleiderkonsum wirklich Spaß. Erst kann man nach Herzenslust stöbern und Einzelstücke für einen individuellen, unverwechselbaren Stil entdecken – und das preiswert und mit gutem Gewissen. Es gibt kaum etwas Nachhaltigeres, als wenig- oder ungetragene Kleidung zu nutzen. Deshalb gibt es erfreulicherweise seit einigen Jahren immer mehr Kundinnen, die sich bewusst gegen den Kauf von Neuware entscheiden, um die Herstellungsflut zumindest einzudämmen. Frau befindet sich dabei in bester Gesellschaft, denn fast jede Zweite kauft auch gebrauchte Kleidung. Das sollte allerdings im Sinne der echten Nachhaltigkeit im Präsenzhandel geschehen. Internetkäufe, die wegen schlechter Qualität oder Passform doch nicht genutzt und danach entsorgt werden, bringen nicht den erforderlichen ressourcenschonenden Effekt. Dagegen helfen nur die drei »A« – ansehen, anfühlen und anprobieren.« \ cr

Carina Grabowski
Inhaberin Secondhandladen »Outfit«
Augustastr. 65
www.outfit-aachen.de