Der Blick fürs Optimum

Stark im Kopfrechnen ist Christina Büsing (35) nicht ­unbedingt. Muss sie auch nicht sein, um an der RWTH ­Aachen ­Mathematik zu lehren. Warum logisches ­Denken viel ­wichtiger für sie ist und ungemein praktisch, um ­Forschung, Lehre und Familie ­unter einen Hut ­(zylinderförmig, Volumen V=G*h) zu ­bekommen. VON THOMAS GLÖRFELD Schreibtisch, Stuhl, Sitzecke und an der Wand ein Whiteboard – von oben bis unten versehen mit kryptischen Formeln, wie man sie nur aus Filmen über, nun ja, Mathematikprofessoren kennt. Nur ist das gerade echt. Und passiert in einem der unzähligen Professoren-Büros der RWTH Aachen. Als gebranntes Kind, das seine Eltern irgendwann soweit hatte, dass sie stolz auf jede »noch ausreichende« Mathe-Leistung waren, musste ich mich gleich zu Beginn meines Interviews als ein solches outen. Ein Reflex, um die eigene Unkenntnis lieber gleich offensiv zu zeigen, bevor diese erst nach und nach unangenehm sichtbar werden würde – wie damals allein vor der Tafel stehend. Zum Glück ist Christina ganz anders als mein Mathelehrer zu Schulzeiten. Das fängt bereits beim einfachen Attribut »sympathisch« an. Das ist sie nämlich … Der Blick fürs Optimum weiterlesen