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Studium Politikwissenschaften: »Und was machst du später damit?«

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»Du studierst ­Politikwissenschaft? Und was willst Du ­damit ­später ­machen? Etwa ­Bundeskanzlerin werden?« ­Diese und ­ähnliche ­Fragen musste die Politikwissenschaftsstudentin ­Josefine ­Rückert schon öfters ­beantworten. Dabei hat sie ­klare ­Zukunftsperspektiven. Und eine besondere ­Begeisterung für ihren ­Studiengang.

TEXT UND FOTOS SOPHIA LÖHRER

Der Master-Studiengang Politikwissenschaft an der RWTH Aachen zeichnet sich besonders durch zwei Merkmale aus: Erstens können die Studierenden ab dem zweiten Semester einen politikwissenschaftlichen Schwerpunkt wählen und sich zwischen den Internationalen Beziehungen oder den ­Politischen Theorien und Systemen entscheiden. Zweitens können sich die »PoWis« neben der Beschäftigung mit der aktuellen Weltpolitik auch interdisziplinär austoben und durch relativ kleine Seminare eng mit den Lehrenden ­zusammenarbeiten.

Aber wieso sollte man eigentlich an einer Exzellenzuniversität für Forschung und Technik einen geisteswissenschaftlichen Studiengang wie Politikwissenschaft belegen? Die 26-jährige Josefine Rückert hat sich ganz bewusst für die RWTH Aachen entschieden. Zum einen wegen des Standortes im Dreiländereck und der Nähe zu Brüssel. Zum anderen, weil sie »viel Potenzial in der Interdisziplinarität an einer technischen Hochschule sieht, denn das bringt viele neue Möglichkeiten.« Mit ihrer Entscheidung, nach ihrem Bachelor in Politikwissenschaft und Geschichte in Halle an der Saale nach Aachen gezogen zu sein, ist sie sehr zufrieden. Denn hier kann sie sich durch ihren Studienschwerpunkt Internationale Beziehungen intensiv mit ihrem Fachgebiet, dem Nahen Osten, beschäftigen.

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Berufschancen – gibt es die denn?
Also, jetzt mal ehrlich, was macht man mit einem Politwissenschaftsstudium? Und kann man damit wirklich Bundeskanzlerin werden? Jeder, der etwas in Richtung Geisteswissenschaften studiert, kennt solche Fragen. Deshalb kann Josefine Rückert darauf auch prompt eine Antwort geben: »Ich würde mich beispielsweise gerne Richtung Auswärtiges Amt, Diplomatischer Dienst oder in die Richtung der Friedens- und Konfliktarbeit orientieren.« Aber auch die Jugend- und Parteiarbeit sowie die Frauenpolitik findet sie interessant. Hier ist das Spektrum der Möglichkeiten einfach sehr breit gefächert. »Man muss flexibel sein und sich an den Arbeitsmarkt anpassen«, so die Studentin.

Ein wichtiger Tipp: Man sollte sich schon während des Studiums orientieren und engagieren. Auch sollte man bereit sein, ins Ausland zu gehen oder ein Ehrenamt auszuüben. Sie selbst ist unter anderem Mitglied im Vorstand der Jungsozialistinnen und Jungsozialisten in der SPD, den ­»Jusos« in Aachen. Außerdem unterstützt Josefine ­Rückert als studentische Senatorin die Hochschulpolitik und setzt sich hier für die Belange der Studierenden an der Hochschule ein. Besonders beschäftigt sie sich mit Gleichstellung, Gender und Diversity. Denn obwohl die Zahl der Studentinnen in den Geisteswissenschaften stetig wächst, gibt es an den Instituten wenige dozierende Frauen oder Professorinnen. Das möchte sie gerne in ihrer ehrenamtlichen Funktion als studentische Senatorin ändern.

Geisteswissenschaften hin oder her Die Frage, ob sie Angst davor hat, später keinen Job zu ­finden, kann Josefine Rückert mit einem klaren »Nein« beantworten. Denn sie ist sich sicher, dass Geisteswissenschaftler und Geisteswissenschaftlerinnen auf dem Arbeitsmarkt weiterhin gefragt sein werden. »Durch Entwicklungen wie die neuen Medien, die Digitalisierung oder die Globalisierung und die Migration braucht man uns Querdenker und Querdenkerinnen einfach«. \

Politikwissenschaften
Lust auf Politikwissenschaft? Der Master-Studiengang Politikwissenschaft ist an der RWTH Aachen zulassungsfrei. Voraussetzung ist jedoch ein ­erster Hochschulabschluss in einem politikwissenschaftlichen oder gesellschaftswissenschaft­lichen Studiengang. Die Einschreibung ist immer nur zum Wintersemester möglich, so dass die Bewerbungsfrist regelmäßig am 15. Juni endet. \

» ipw.rwth-aachen.de

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