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Galerieeinkauf

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Ein Bier mit … Danyi and the Dudes Galerieeinkauf Shop the Gallery: Eine Community aus Aachener Designern bietet in ihrem Frankenberger Laden eine vielfältige und nachhaltige Palette kreativer Produkte für jeden Geldbeutel an. ­

Kommunikatives Design, das nicht zu nerdig ist und verstanden werden möchte. Illes Strzedulla (Danyi) und Kommunikationsdesigner Sacha Pütz (ein Dude) erklären das Konzept hinter dem Lokal in der Viktoriastraße 86.

INTERVIEW CHRISTINA GOERRES

Wichtigste Frage: Wer ist Danyi?
ILLES: Das bin ich. Danyi ist mein Künstlername, der sich aus einem alten ungarischen Familiennamen ergeben hat. Ich wollte einen Künstlernamen haben, der nicht mit meinem direkten Rufnamen verbunden ist. … und wer sind die Dudes?
SACHA: Die Dudes sind sieben weitere Designer aus Aachen, der Umgebung und Köln. Im Aachener Designbereich sind sie vielen Leuten zum Beispiel durch ihre Drucke bekannt. Gemeinsam haben wir schon viel Zeit auf Design­märkten und Veranstaltungen verbracht. Ein Teil der Dudes sind auch indirekte Kunden von Danyis Siebdruckwerkstatt, da viele Produkte im Siebdruckverfahren produziert werden.
ILLES: Der Danyi-Shop war ursprünglich die Siebdruckwerkstatt. Über die Aufträge ergaben sich die Kontakte zu den Designern. Davon ausgehend konnten wir auswählen, welche Designprodukte und die Menschen dahinter zu uns passen. Unser Vorhaben ist keine Kunstausstellung für ein Wochenende, sondern eine langfristige Zusammenarbeit.

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Danyi und drei seiner Dudes im Hof hinter dem Ladenlokal: Illes Strzedulla, Sacha Pütz, Matthias Lürkens und Paul Sous (von links nach rechts).

Illes, du bist schon länger in diesem Ladenlokal ansässig. Jetzt mit den Dudes. Wie war der Weg bis hierher?
ILLES: Das Ganze begann schon vor ungefähr zehn Jahren. Während des Studiums in Maastricht habe ich mich für Grafik und Drucktechniken entschieden. Im Anschluss kam ich motiviert nach Aachen, um meine eigene Siebdruckwerkstatt zu eröffnen. Im Frankenberger Viertel wurde ich letztlich fündig. Hier gibt es viele Designer, die ihre kreativen Ideen bei mir analog verwirklichen ließen. Später bin ich aus praktischen Gründen mit meiner Werkstatt in die Jülicher Straße umgezogen. Was folgte, war Wehmut: sehr viel Arbeit wurde in die Restaurationen des kleinen ­Ladens gesteckt. Ich war erleichtert, dass Celine dann ihr Tattoostudio Herzwert hier verwirklichen wollte. So bekam ich die Möglichkeit, den Ausstellungsraum weiterhin für meine Projekte zu nutzen. Später überlegten wir, uns von dem Galeriegedanken zu entfernen und einen Designershop zu entwickeln, der zu den Leuten und dem Viertel passt.

Welches Konzept steckt ­hinter Danyi and the Dudes?
SACHA: Auf Designmärkten erhielten wir oft als Resonanz der Kunden, dass es schade sei, dass es die Produkte nur dort zu kaufen gibt. Bei uns hat der Kunde nun dauerhaft die Möglichkeit, gutes Design zu erwerben, ohne weite Wege auf sich nehmen. In Zukunft visieren wir die Zusammenarbeit mit Designern aus den BeNeLux Ländern an, sodass sich unser lokales Netzwerk durch Gastkünstler erweitert. Wir sind ein lokaler Shop und keine Retailer, das ist ein wichtiger Aspekt unseres Konzepts und spiegelt auch den Zeitgeist wider.

»Der Shop ist ­einladend, gemütlich, innovativ – wir bieten viele nachhaltige und plastikfreie ­Produkte an.«

Nach welchen Kriterien sucht Ihr die Designerware aus?
ILLES: Die Qualität beziehungsweise die Umsetzung des Produkts muss hochwertig sein und zu uns passen. Wir möchten den Kunden bezahlbares Design ermöglichen. Nerdiges Design, das umständlich erklärt werden muss und nicht den Zugang zu möglichst vielen Menschen findet, versuchen wir zu meiden. Unsere Sachen sehen nicht nur gut aus, sondern transportieren auch alle für sich eine Idee.

Welchen Stellenwert hat junges Designertum in Aachen?
SACHA: Früher gab es das Klischee: Alles findet in Berlin statt. Jetzt fressen sie sich dort gegenseitig auf. Die Designer-Community ist mittlerweile so gut vernetzt, dass die Impulse von überall auf der Welt her kommen können. Das Engagement der Aachener Designer und Künstler steht den großen Metropolen in nichts mehr nach. Durch das Internet wird eine universelle Kultur bis in die kleinsten Regionen hineingetragen. Mit dem Dreiländereck und dem Dutch Design im Nacken haben wir interessante Schwingungen, die zu uns rüberkommen.

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Wie sehen Eure typischen Kunden aus?
ILLES: Unglaublich gut. Wir bedienen eine große Preisspanne, daher kommen auch schon junge Menschen zu uns. Aber auch ökologisch bewusste Menschen und Familien mit Kindern schnuppern bei uns rein, da wir viele nachhaltige und plastikfreie Produkte anbieten.

Sind auch Kunst/ Design­aktionen und Workshops geplant?
ILLES: Wir werden unter anderem an der diesjährigen Aachener Kunstroute teilnehmen, bei der Kunstdrucke von unseren Dudes, sowie Tattooart von Celine zu sehen sein werden. Der »Stop the Doel Shit«-Beutel von Sacha spiegelt als aktuelle themenbezogene Aktion eine soziale Komponente von uns wider. So werden wir auch immer mal wieder spontan auf ­Situationen reagieren.

Wenn Ihr parallel an einem anderen Ort auf der Welt ­einen Laden eröffnen könntet, wo wäre das?
ILLES: Ich habe keine konkrete Stadt, aber ich weiß wie sie aussehen müsste. Klein, freundlich und alle dürften heiraten.

Mit welchen kurzen ­Worten würdet Ihr Euren Shop ­beschreiben?
ILLES: Einladend. Gemütlich. Innovativ. Ergänzend. Bereichernd. \

Alle Dudes: Sacha Pütz \\ Paul Sous (Käpten Nobbi) \\ Lara ­Bispinck \\ Marco Jannicelli \\ Mario Turiaux (Fancy Art Club) \\ Fabian Seibert (Suelzkotlett) \\ Matthias Lürkens ­(Lürkens Design) und der Danyi: Illes Strzedulla

Danyi and the Dudes
Viktoriastraße 86
» facebook.com/danyiandthedudes
Fr 11-18.30 Uhr Sa 11-17 Uhr

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